Das Wunstorfer ergotherapeutische Konzept

Das Wunstorfer Konzept versteht sich als ein Leitfaden für eine evidenzbasierte, betätigungsorientierte und klientenzentrierte Ergotherapie in der Pädiatrie (Kinder-& Jugendheilkunde) und wurde von der deutschen Ergotherapeutin Britta Winter entwickelt. 

die 6 Bausteine des Wunstorfer Konzeptes sind: 

  • Befunderhebung, Zielsetzung und Therapieplanung
  • Evaluation und Dokumentation
  • Umfeldberatung
  • Elternberatung
  • Basistraining
  • Therapiegestaltung

  Module des Wunstorfer Konzeptes sind das

  • Wunstorfer Basistraining (WBT) 

 

  • Ergotherapeutisches Trainingsprogramm bei ADHS (ETP-ADHS) 

 

  • Ergotherapeutisches Elterntraining (ETET) 

Anwendungsgebiete 

sind z.B.:

  • Konzentrationsstörungen, 
  • Koordinationsstörungen, 
  • Wahrnehmungsstörungen, 
  • sozialen Anpassungsstörungen, 
  • UEMF (Entwicklungsstörung motorischer Funktionen), 
  • AD(H)S etc. 

 

Das Konzept legt zu Beginn der Therapie den Schwerpunkt auf die Ziele im Alltag, welche gemeinsam mit den Eltern, dem Kind und wenn möglich des Kindergartens/ der Schule, anhand von Fragebögen und Gesprächen herausgefiltert werden. Das Erstgespräch findet i.d.R. zunächst ohne das Kind statt. Die Eltern bekommen somit die Möglichkeit sich ungehemmt mitteilen zu können. Es wird im Gespräch herausgefiltert was sich verbessern soll und wo Handlungsbedarf im Alltag besteht. Gleiches geschieht in der zweiten Einheit im Gespräch mit dem Kind. Wurden die Bedürfnisse von Eltern, Kind und ggf. Kindergarten/Schule herausgearbeitet, werden diese aus allen Bereichen zusammengetragen und im nächsten Schritt die konkreten Ziele erarbeitet. Gestartet wird immer mit dem obersten Ziel des Kindes.

Das Wunstorfer ergotherapeutische Konzept bietet einen ritualisierten Stundenablauf und ein Tricktraining mit kognitiven, körperbezogenen und handlungsbezogenen Elementen. In der sehr wichtigen Reflexionsphase am Ende der Stunde, wird durch die geleitete Entdeckung nachhaltig an der Generalisierung und am Transfer der Lernerfolge in den tatsächlichen Alltag des Kindes gearbeitet! Neben der handlungsorientierten Arbeit mit dem Kind ist das Elterntraining ein weiterer wichtiger Bestandteil des Wunstorfer Konzeptes. Durch das Anlegen eines Ergo-Ordners können bereits bewältigte Inhalte nochmals nachvollzogen werden und auch die Eltern können bei Bedarf die besprochenen Inhalte aus dem Elterntraining nochmals Revue passieren lassen.
Diese ergotherapeutische Maßnahme sollte 1x wöchentlich stattfinden. 
Bei Bedarf findet eine Beratung mit Lehrer*innen/ Kindergartenpädagog*innen telefonisch oder ggf. persönlich vor Ort statt. Auch die räumliche Umwelt des Kindes wird berücksichtigt.

Durch die enge Zusammenarbeit der Therapeut*in mit dem Kind/Jugendlichen, den Eltern sowie ggf. weiteren Einrichtungen wie Schule/Kindergarten und der konsequenten Verfolgung konkret festgelegter Ziele ist ein effizienter Therapieverlauf gewährleistet.

Sollten Sie Fragen zum Wunstorfer Konzept haben, setzen Sie sich mit uns in Verbindung.